Wie ein talentfreier Teenager zu Deutschlands bester Jungkonditorin wurde

In meiner Jugend war ich gefühlt die schlechteste Bäckers-Tochter weit und breit.

Backen? Ich? NIEMALS!
Mithelfen im elterlichen Betrieb – eine unschöne Pflicht neben der Schule und in den Ferien.
Für meine Umgebung dagegen war die Sache klar: Die hat doch sicher das Talent in die Wiege gelegt bekommen – die wird mal die Tradition fortsetzen!

Vielleicht habe ich mich auch deshalb mit 15 brav für ein Schulpraktikum in einer Bäckerei entschieden. (Natürlich nicht in der meiner Eltern – ich war schließlich ein Teenager!)

Am ersten Tag erschien ich pflichtbewusst in der Backstube.

Ich mochte keine Schokolade, ich hatte wenig Lust auf Teig-Kneten und vor allem hätte ich am liebsten vor niemandem erwähnt, dass ich aus einer Bäckersfamilie kam.

Einfach nur, damit niemand sagte: „Ach, na dann wird das ja klappen wie am Schnürchen!“
Das würde es nämlich nicht, davon war ich überzeugt. Ich war schließlich talentfrei, in allem irgendwie Durchschnitt. Ich hatte ja schon viel probiert mit Sport und Musik, aber nichts gefunden was in mir ein Feuer entfacht oder ich richtig gut war.

Dann backte ich meinen ersten Marmorkuchen. Glasierte die Plunderstückchen mit Aprikosenkonfitüre. Temperierte Fondant.
Und etwas Unglaubliches geschah: Das sah alles richtig gut aus – man konnte es sofort verkaufen! Mein Chef war völlig aus dem Häuschen.
Und plötzlich fiel mir die Entscheidung ganz leicht: Ich würde hier eine Ausbildung machen. Und damit hätte ich noch Wochen zuvor niemals gerechnet!
Ich ging nun auf in einer Welt von Dinkelvollkornbrot und Schwarzwälder Kirschtorte – ich, der talentfreie Teenager, hatte endlich meine Leidenschaft gefunden!

Warum ich erst durch ein Praktikum darauf gestoßen werden musste, wo die süßen Teilchen und Brötchen mich doch schon mein ganzes Leben begleitet hatten?
Keine Ahnung. (Versteh einer die Teenager!)
Später wollte ich mehr – und begann eine Ausbildung zur Konditorin. Einfach nur aus Spaß! Sinnvoll fand ich das Ganze nämlich nicht: Ich komme aus dem 2000-Seelen-Ort Unterschneidheim und dachte mir „Hier brauch ich das eh nie“.

Dann aß ich bei meinem ausbildenden Konditor meine erste Kirschtrüffel-Praline.

Sie schmeckte unheimlich intensiv nach Kirsche.

Und dabei schmeckten Pralinen doch sonst nie nach dem, was auf der Packung stand!

In dieser Zeit verliebte ich mich in Schokolade – ich, die ich Schokolade früher gehasst hatte. Ich war eher der Gummibärchen-Chips-Typ.

Was mir nun klar wurde: Es war die industriell gefertigte Schokolade, die ich nicht leiden konnte. In dieser Zeit beschloss ich: Ich wollte irgendwann meine eigene Schokolade kreieren!

Jahre später habe ich mir diesen Traum erfüllt. In Paris entstand meine eigene Schokolade namens „Signatur“.
    Heute bin ich:
  • eine von deutschlands erste Schokoladen-Sommelières
  • Drittplatzierte bei der Konditoren-Weltmeisterschaft
  • Beste Jungkonditorin Deutschlands 2012
  • Inhaberin der Konditorei Bengelmann mit 35 Mitarbeitern (seit ich 23 bin)
  • Gründerin von [Stefanie Bengelmann – Schokoladen-Sommelière]
  • Co-Autorin des preisgekrönten Fachbuchs „Torten und Törtchen“
Vor allem aber bin ich eine Frau, die ihre Berufung gefunden hat: Menschen wie dich mit exquisiten Köstlichkeiten zu verwöhnen.

Früher schämte ich mich dafür, weil ein Studium immer mehr Anerkennung bekam. Heute bin ich stolz wie Oskar, meine Leidenschaft und den absoluten Traumjob zu haben.

Du willst wissen, wie meine Geschichte jetzt weitergeht? Dann melde dich hier zu meinem Newsletter an (kleiner Anreiz: Ich verschicke ab und zu auch Tipps für alle, die gern Schokolade selber machen möchten…)