5 Profi-Tipps beim Eis kaufen – Der ultimative Eis-Ratgeber

Diese 5 Tipps solltest du beim Eis kaufen beachten

Der ultimative Eis-Ratgeber

Du bist dir unsicher, welches Eis in der meterlangen Theke das beste ist? Mit meinem Insider-Wissen zeige ich dir wie du billiges Eis schon am Namen erkennst.

Früher habe ich immer Supermarkt-Eis eingekauft und heute rühre ich es nicht mehr an. Meine Konditorenausbildung hat mir tiefere Einblicke in die Welt des Eises gegeben. 

Du bist dir unsicher, welches Eis in der meterlangen Theke das beste ist? Kannst du dich am Preis orientieren oder nicht?

Eis kaufen ohne Reue, weil du jetzt genau weißt, was wo drin steckt und du kannst es bewusst genießen

Lies hier weiter und ich gebe dir mein Insider-Wissen weiter, damit du ab sofort clever Eis kaufen kannst.


1.   Eis kaufen ohne Reue - Was der Eisname verrät

Der Name des Eises im Supermarkt oder bei der Eisdiele verrät schon so, soooo viel. Aber was hat es damit auf sich?

In den Leitsätze für Speiseeis ist per Gesetz genau geregelt, was mindestens bei welchem Namen enthalten sein muss. Mit fancy Namen kann man das ganz einfach umgehen und muss sich kaum noch an Vorgaben halten. 

 


Hier ein paar Beispiele für dich mit der “Übersetzung”: 

  • Eis mit Erdbeergeschmack / Eis mit Vanillegeschmack: Für den Erdbeergeschmack werden nur oder überwiegend Aromen verwendet in Kombination mit Farbstoff oder färbende Lebensmittel. Vor allem kann das Eis auch andere günstige Pflanzenfett enthalten anstatt Milch.
  •  Erdbeer-Eis: muss mindestens 20% Erdbeeren enthalten 
  • Erdbeer-Fruchteis: mindestens 20% Erdbeeren und ohne Fettzusatz 
  • Erdbeer-Milcheis: mindestens 20% Erdbeeren und mindestens 70% Milch. 
  •  Erdbeer-Eiscreme: mindestens 20% Erdbeeren und 8% des Fettes müssen von der Milch sein
  • Erdbeer-Sorbet: mindestens 25% Erdbeeren (bei Zitrusfrüchten 15%) 
  •  Erdbeer: (sieht man oft in Eisdielen, dass die Klassifizierung fehlt): Das kann alles von den oben genannten Varianten sein 😂🙈
  • Fantasienamen: Viennetta, Heidelbeer Traum und Co.: Hier lohnt es sich auch genauer darauf zu achten, was im Eis ist. Man nutzt Fantasienamen, damit es sich hipper anhört oder man nicht an diese Leitsätze gebunden ist.   

 

Wenn der Name des Geschmacks prominent zu sehen ist, muss beim Zutatenverzeichnis auch immer die entsprechenden Menge in Prozent angeben werden. So kann man am besten vergleichen. 

Ich will hier auf keinen Fall bestimmte Marken schlecht reden, sondern dir einfache Beispiele zeigen, auf die du achten solltest. Ich finde du solltest erkennen können, ob du einen höheren Preis durch gute Werbung der Produkte bezahlst, oder weil es ein hochwertiges Eis ist. 


2.   Was du durch die Farbe beim Eis erkennen kannst

Auch anhand der Farbe des Eises kannst du viel erkennen - vor allem in Eisdielen, wenn man keine genaue Zutatenliste hat. Gelbes Vanilleeis ist ein guter Indikator dafür, dass es mit Farbstoff versetzt ist. Dabei ist es völlig egal, ob es natürlicher Farbstoff oder künstlicher ist. Das ändert an der Tatsache nicht wirklich etwas.


Achtung! Oft werden auch natürliche, färbende Lebensmittel eingesetzt, wie zum Beispiel für Gelb Kurkuma oder Karotin. Und sehr oft wird dann damit geworben “ohne künstliche Farbstoffe”. Super es macht jemand natürliche Farbstoffe rein, um mir etwas vorzugaukeln, was nicht vorhanden ist 😉 


Auch ein super Beispiel aus dem Leben: Apfeleis! Wenn du dir nicht sicher bist, welche Farbe ein Eis haben sollte: Stell dir vor, wie die Fruchtfarbe frisch püriert aussieht. Beim Eis ist die Farbe durch die Luft dann etwas heller. Wenn ich also einen Apfel püriere, ist der definitiv nicht komplett grün - eher trüb und je nach Sorte der Schale mit ein bisschen roten oder grünen Stücken. Was lernen wir daraus? Von grünem Apfeleis in der Eisdiele lieber Finger weglassen. 

Bei Schlumpfeis oder Kaugummieis brauchen wir uns über Natürlichkeit gar nicht erst zu unterhalten, oder? 😉

 


3. Achte auf die Zutatenliste

Wirklich gutes Eis enthält simple Zutaten, die man auch ganz einfach versteht. 

Manchmal ist es etwas komplizierter ausgedrückt, als es in Wirklichkeit ist, oder es macht einen künstlichen Anschein. Das liegt aber oft daran, dass jemand seine Meinung äußert, aber die Materie dahinter nicht ganz versteht. 

 

Hier zeige ich dir meine Rohstoffe für Eis, die auf den ersten Blick etwas unnatürlich wirken, es aber nicht sind: 

  • Traubenzucker = (Trocken-)glukose / Dextrose
  • Inulin = wird aus der Zichorienwurzel hergestellt (andere Kulturformen der Pflanze sind populärer: Chicorée, Zuckerhut oder Radicchio)
  • Magermilchpulver = getrocknet aus der Milch
  • Bindemittel = Guarkernmehl (E412), Johannisbrotkernmehl (E410)

Was es mit dem Mix aus den verschiedenen Rohstoffen auf sich hat, kannst du hier im Blogartikel “Eis selber machen – das brauchst du” nachlesen. 


Pflanzenfett ist deutlich günstiger als Milchfett und deshalb wird hierbei gerne getrickst. Die einzige Ausnahme, wo Pflanzenfette Sinn machen, ist für Allergiker bei Laktoseintoleranz oder Veganern. Ansonsten ist es eine reine Sparmaßnahme, bei der mehr Luft unter das Eis geschlagen wird, was letztlich auch wieder zu einem geringeren Wareneinsatz führt.

4. Soll man nur saisonale Eissorten kaufen?

Man kann nicht generell sagen, dass Erdbeereis im Dezember künstlich ist.

Im gehobenen Profibereich verwendet man Fruchtpürees für Torten, Eis oder Pralinen, statt die frischen Früchte selbst zu pürieren. 

 

Das hat mehrere Vorteile:

  • Die Pürees werden tiefgekühlt geliefert und daher werden die Früchte im perfekten Reifegrad geerntet, püriert und schonend erhitzt, um Keime abzutöten und den Geschmack trotzdem zu erhalten. 
  • Man hat eine konstante Qualität der Früchte und einen guten Geschmack. Beispielsweise schmecken frische Erdbeeren ganz anders im Mai als im Juli oder August. 
  • Man kann so auf exotische Früchte im natürlichen Zustand zugreifen, ohne Aromen verwenden zu müssen. Diese Fruchtpürees sind manchmal mit 10% Zucker oder auch pur und mit 100% Frucht. 

Man kann also nicht sagen, dass ein Erdbeereis in der Eisdiele außerhalb der Saison weniger schmeckt, denn es kommt darauf an welche Zutaten verwendet wurden.

5. Was sagt beim Eis das Gewicht und was die Literangabe aus? 

Eis wird in Litern, also Volumen, verkauft und nicht nach Gewicht. Deshalb ist das Ziel, so viel Luft wie möglich in das Eis zu packen. Die Luft ist auch dafür verantwortlich, dass das Eis besonders cremig ist. Ein ganz guter Vergleich ist flüssige Sahne und aufgeschlagene Sahne

Bei industriell hergestelltem Eis sind oft 150% Luft eingeschlagen und bei handwerklichem Eis sind es nur in etwa 40%

Das ist auch der Grund, wieso man Supermarkteis oft in Unmengen essen kann und das Eis aus der Eisdiele nicht.

Deshalb vergleiche neben den Milliliter (ml) auch die Angabe des Gewichts auf der Eisverpackung. 

deine Zusammenfassung:

  1. Vermeide schicke oder hippe Namen. Hier gilt: Simpel ist oftmals doch besser. 
  2. Achte auf die Zutatenliste, denn dort verstecken sich oft färbende Lebensmittel wie Rote-Bete-Saftkonzentrat
  3. Sind Pflanzenfette auf der Zutatenliste? Das ist ein Zeichen, dass bei den Rohstoffe gespart wird.
  4. Ist die Farbe passend zur Frucht, wenn du sie pürieren würdest?
  5. Vergleiche nicht nur die Angabe der Milliliter, sondern auch die Grammangabe.

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